AKJ stat
Forschungsverbund DJI

Die Arbeitsstelle

Neu: KomDat Heft 3/2011 ist erschienen

Die Lage für die Kinder- und Jugendhilfe spitzt sich zu. Verhärtet scheinen die Fronten zwischen Fachlichkeit und Finanzen. Nachdem in der letzten Dekade die Gesetzgebung einem Mehrbedarf an Kinder- und Jugendhilfe Rechnung getragen hat, denkt man an Novellierungen des SGB VIII durch „TAG“, „KICK“ oder „KiFöG“, stößt das Projekt Kinder- und Jugendhilfe in den bisherigen Strukturen offenbar an Grenzen der Finanzierbarkeit. Analysen der aktuellen Ausgabe deuten dies zumindest an. Da ist das hochbrisante Thema „U3- Ausbau“, bei dem die Statistik erneut ein zu langsames Tempo diagnostiziert. Finanzielle Ressourcen sind zwar vorhanden, doch Kommunen sind fiskalisch mitunter nicht mehr in der Lage, ihren Anteil zu leisten. Große Aufregung löst auch der Kinderschutz aus. Hier ist ein rasanter Anstieg von Fallzahlen und Ausgaben bei den Hilfen zur Erziehung unübersehbar. Für öffentliche Kassen, aber vor allem für Kinder und Jugendliche würde man sich einen geringeren Bedarf wünschen. Es ist ein Dilemma: Bei steigender Nachfrage scheint die Zunahme der Ausgaben unvermeidlich, sprengt aber zugleich den bisherigen Rahmen. Bleibt die Frage, wie lange diese Spannungen noch ausgehalten werden können.

[Download des aktuellen Hefts]

 

„Hilfen zur Erziehung – Karussellfahrt zwischen Kindeswohlgefährdung, Kompetenzentwicklung und knappen Kassen“ . Fachtagung am 08. Februar 2012

Hilfen zur Erziehung gehören zu den zentralen Aufgaben der Kinder- und Jugendhilfe. Eine Zunahme der Inanspruchnahme, eine Ausdifferenzierung des Leistungsspektrums, eine z.T. heikle Gratwanderung zwischen Hilfe und Kontrolle oder auch Veränderung der Lebensverhältnisse markieren zentrale Entwicklungslinien. Für Nordrhein-Westfalen (NRW) wird seit rund einem Jahrzehnt einmal jährlich über Stand und Entwicklung des Arbeitsfeldes berichtet.

Am 08. Februar 2012 wollen wir auf der Basis von Ergebnissen des überörtlichen Berichtswesens die Hilfen zur Erziehung in NRW bilanzieren und Perspektiven entwickeln. Der Fachtag im Wissenschaftspark Gelsenkirchen wird von den Landesjugendämtern und der AKJStat veranstaltet. Eine Anmeldung ist bis Ende Dezember möglich.

 

Zwischen fachlichen Herausforderungen und regionalen Disparitäten – HzE Bericht 2011 für Nordrhein-Westfalen

Für Nordrhein-Westfalen legt die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik an der Technischen Universität Dortmund den HzE Bericht 2011 vor. Datenbasis sind die Ergebnisse der Erhebung zur Gewährung und Inanspruchnahme von Leistungen der Hilfen zur Erziehung im bevölkerungsreichsten Bundesland für das Jahr 2009. Zusätzlich werden in dem Bericht Indikatoren für die Jugendämter zum Arbeitsfeld der Hilfen zur Erziehung veröffentlicht und sind Grundlage für statistische Analysen zu regionalen Disparitäten. Die thematischen Schwerpunkte der diesjährigen Ausgabe des landesweiten Berichtswesens zu den Hilfen zur Erziehung sind junge Menschen mit Migrationshintergrund, geplante und ungeplante Beendigungen von Hilfen zur Erziehung, Kleinkinder in stationären Unterbringungen sowie eine Klassifikation der Jugendämter nach Inanspruchnahmedaten und Armutszahlen. Der HzE Bericht liefert eine Datengrundlage für Praxis, Politik und Wissenschaft für die Fachdiskussion und Weiterentwicklung des Arbeitsfeldes Hilfen zur Erziehung.

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Kinder- und Jugendhilfereport  3. Bilanz der empirischen Wende

Die Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik hat den Kinder- und Jugendhilfereport 3 vorgelegt. Der Sammelband versteht sich als Bilanz einer empirischen Wende. So ist es in und für die Kinder- und Jugendhilfe unverzichtbar geworden, sich mit Empirie und Statistik auseinanderzusetzen. Der Band basiert vor allem auf  Auswertungen, Analysen und Kommentierungen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik zu Personal- und Strukturfragen, dem Selbstverständnis der Kinder- und Jugendhilfe, regionalen Disparitäten sowie dem Weiterentwicklungsbedarf der Kinder- und Jugendhilfestatistik. Für alle an der Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe Interessierte, für Fachkräfte in Leitung, Planung und Qualitätsentwicklung, aber auch für Politik und Wissenschaft liefert der Kinder- und Jugendhilfereport 3 fundierte Informationen.

Der Herausgeberband ist im Buchhandel für 19,95 Euro erhältlich: Rauschenbach/Schilling (Hrsg.): Kinder- und Jugendhilfereport 3. Bilanz einer empirischen Wende, Weinheim und München (Juventa-Verlag) 2011, ISBN 978-3-7799-1118-0.